Chrissylicious Travels

My personal travel blog while I solo travel South America

  • Nach ungefähr 24 Stunden in Flugzeugen und an Flughäfen – ich vergesse immer wieder, wie unbequem Flugzeugsitze nach ca. 3 Stunden werden – bin ich endlich in Santiago de Chile angekommen. Die Freude, dass ich vorerst nicht mehr in Flugzeugen sitzen muss und mein erstes Ziel erreicht habe ist allerdings kurz, da mein Rucksack in Sao Paolo am Flughafen liegen geblieben ist. Mir wird zwar versichert, dass der schon am nächsten Tag mit einem anderen Flug nach Santiago kommen soll, aber nach gefühlten drei Stunden Schlaf und einem entsprechend dünnen Nervenkostüm ist das für mich in dem Moment kein großer Trost. Da ich so auch nicht die Geduld habe, herauszufinden, wie ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Besten zu meinem Hostel komme, lasse ich mich mit dem Taxi zu meiner Unterkunft fahren.

    Nach erfolgreichem Check-In gehe ich erstmal duschen und wünschte mein Rucksack wäre mit mir angekommen, da ich nach 24 Stunden im selben Outfit gerne meine Kleidung wechseln würde und leider nicht daran gedacht habe, mir wenigstens ein Paar Socken und Unterwäsche zum wechseln ins Handgepäck zu tun – großer Fehler (aus dem ich ganz sicher für die Zukunft lernen werde). Auf der Suche nach einer Sim-Karte und einem späten Mittagessen/ frühen Abendessen mache ich mich mit meinem australischen Zimmernachbarn auf Erkundungstour in unserem Viertel. Das Hostel in dem ich die nächsten Tage wohnen werde ist im Barrio Bellavista, was das Kreativ-Viertel in Santiago ist, d.h. unterwegs laufen wir an viel richtig schöner Street-Art und gemütlichen Cafés und Restaurants vorbei. Essen finden wir gutes, die Suche nach einer Sim-Karte muss ich auf den nächsten Tag verschieben, da wir den Laden, der mir empfohlen wurde auch nach mehrmaligem nachfragen nicht finden können (upsi).

    Nachdem ich mich Abends noch eine Weile mit meinem Roomie unterhalten habe, gehe ich gejetlagged und in der Hoffnung, dass am nächsten Tag mein Rucksack ankommt früh ins Bett. (Kleiner Spoiler: Der Rucksack ist erst am Tag danach in Santiago gelandet und ich bin jetzt stolze Besitzerin eines dunkelblauen Shirts mit Walprint und einem neuen paar bunter Socken). Da ich nicht weiß, ob und wann mein Rucksack ankommt und ich ohne meinen Backpack innerlich im Wartemodus hänge, verbinde ich einen Großteil des Tages mit meinem Buch im Innenhof des Hostels. Abends gehe ich mit meinen zwei neuen Roomies authentisch Chinesisch essen, weil meine Zimmernachbarin nach zwei Monaten Reisen in Südamerika das Essen aus ihrer Heimat sehr vermisst hat. Die chilenische Küche muss also noch ein bisschen warten aber Leute das hat sich definitiv gelohnt, das Essen war eine 10/10 und ich hab Jojo zwei Tage später überredet, nochmal da Essen zu gehen.

    Während Jojo und ich am nächsten Vormittag den Hügel hochgehen, der in der Nähe von unserem Hostel ist und eine gute Aussicht über die Stadt gibt, kommt endlich mein Rucksack im Hostel an. Ich sag’s euch, ich hab mich gefreut wie ein Kind an Weihnachten über seine Geschenke. Wer schonmal länger aus einem Gepäckstück gelebt hat, kann sich das Gefühl vielleicht vorstellen. Mit einem frischen und freshen Outfit geht’s Am Nachmittag ein bisschen Shoppen, weil wie lernt man eine neue Stadt besser kennen, als direkt Mal die Einkaufszentren auszuhecken :P. Außerdem ist meinen Zimmernachbar*innen und mir aufgefallen, dass alle von uns die ein oder andere Kleinigkeit dann doch noch vergessen haben oder für die weitere Reise brauchen.

    Lieblingsshoppingziel sind die Patagonia-Läden, von denen wir in den paar Tagen zusammen verschiedene abklappern, damit jede*r sein perfektes Kleidungsstück findet. Da mein Rücken längere Flüge und Hotelbetten nicht mehr so leicht wegsteckt, wie mit 18 (ja ich bin inzwischen beim Reisen eine alte Oma) gönne ich mir an einem Nachmittag eine Massage in einem Spa und dieses Geld ist es definitiv wert gewesen – nachdem ich die letzten Monate gefühlt nur vor meiner Masterarbeit gesessen bin und mein Rücken glaube noch nie in meinem Leben so steif war – ich fühle mich nach der Massage wie neu geboren.

    Am nächsten Tag geht es für mich weiter nach Valparaíso, weshalb ich mich leider von meinen Roomies verabschieden muss, da unsere Reiserouten sich nicht miteinander vereinen lassen. Nach eineinhalb Stunden im Bus komme ich in Valparaíso an, wo ich mir, nachdem ich im Hostel eingecheckt habe, erstmal etwas zum Mittagessen hole. Es gibt ‚Cornpie‘, ein typisch chilenisches Gericht, bei dem ein Mischmasch aus Fleisch und Oliven mit süßem Mais überbacken wird – nicht schlecht, hat mich kulinarisch aber auch nicht vom Hocker gehauen. Nachdem ich mir noch einen Kaffee ‚para llevar‘ geholt habe, gehe ich auf Erkundungstour in dem Viertel, in dem ich für die nächsten zwei Tage wohnen werde. Auch hier bin ich im Kreativviertel gelandet und finde an jeder Ecke und Hauswand crazy schöne Street-Art und kleine Läden mit bunten Täschchen und Silberschmuck. Ich muss mich da teilweise schon sehr zusammenreißen, nicht alle Läden leerzukaufen, vor allem weil ich die Souvenirs ja noch die nächsten drei Monate mit mir rumtragen werde.

    Nach einem späten Abendessen geht es für mich ab ins Bett. Auch am Sonntag besteht ein Großteil meines Tages darin, die Street-Art anzuschauen – wahrscheinlich könnte man alleine daraus eine dreitägige Stadttour machen. Zur Abwechslung gehe ich in das ‚Museo del Inmigrante‘, in dem die Immigrationsgeschichte der Hafenstadt aufbereitet wurde. Und wer hätte es gedacht, die größten Migrationgsströme kamen aus Europa, Deutsche waren auch dabei und haben als eines der wichtigsten Kulturgüter einen Kegelverein in Valparaíso eingerichtet. Nach einem sehr eindrucksvollen Tag, geht’s für mich früh ins Bett, da ich am nächsten Tag kurz vor sechs Uhr früh aufstehen muss, um meinen Bus in die nächste Stadt, La Serena, zu nehmen. Diesmal dauert die Fahrt knappe sechseinhalb Stunden und nachdem ich im Hostel angekommen bin gibt’s erstmal einen ausgiebigen Mittagsschlaf.

    Außer einem kleinen Trip zum nächstgelegenen Supermarkt und einem ausgiebigen Strandspaziergang habe ich in La Serena nicht wirklich viel unternommen, da ich erstmal die Eindrücke und Gefühle der ersten Woche verarbeiten musste, bevor es morgen nach San Pedro de Atacama in die Wüste weitergeht. Ich habe aber beim Kochen in der Gemeinschaftsküche ein älteres Pärchen aus Chile kennengelernt, mit denen ich mich auf einem Mix aus Spanisch, Englisch und Französisch (lol) unterhalten habe. Obwohl man sich nicht lange kannte wurde ich heute früh mit Wangenkuss verabschiedet, was ich übel süß fand.

    Und zum Titel des Blogbeitrags: Da meine Spanisch-Kenntnisse ein bisschen eingerostet sind und mir sehr oft Wörter nicht einfallen, die ich bräuchte oder ich die einfach noch nicht kenne, dachte ich, ich kann notfalls auf Englisch ausweichen. Außer in Valparaíso hat das bisher tatsächlich nicht sehr gut funktioniert und ich verständige mich mit Händen und Füßen oder versuche Wörter aus Französisch ins Spanische zu übersetzen, in der Hoffnung, dass die Begriffe in beiden Sprachen ähnlich sind (auch das funktioniert nicht so gut, wie gehofft). Bisher sehe ich glaube ich, wenn Leute in normaler Geschwindigkeit mit mir reden eher aus wie ein sehr verwirrtes Reh im Scheinwerferlicht oder zumindest fühle ich mich so. Aber Sprachen lernt man bekanntlich am Besten, wenn man sie benutzt, deshalb heißt es jetzt Learning by Doing und wenn garnichts mehr geht gibt es immer noch Google-Übersetzer.

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